

München, 15. Oktober 2026. Der Landesverband Bayern der Gehörlosen e. V. (LVBYGL) war im Bayerischen Landtag zum Austausch mit MdL Robert Brannekämper (CSU, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst). Er ist außerdem Vorsitzender des Landesdenkmalrats. Für den LVBYGL nahmen der 1. Vorsitzende Marcus Willam, Geschäftsführer Thomas Zeidler und der Politische Referent Daniel Büter teil.
Im Mittelpunkt stand der Zugang gehörloser Menschen zu Kunst und Kultur. In Bayern leben rund 10.000 gehörlose Menschen. Für sie wird Barrierefreiheit in Kultureinrichtungen oft zu baulich gedacht. Entscheidend ist aber die Vermittlung: Ein Museum kann stufenlos sein und bleibt trotzdem verschlossen, wenn Inhalte nur über Audioguides und Führungen in Lautsprache zugänglich sind. Das gilt auch für denkmalgeschützte Gebäude: Barrierefreiheit für gehörlose Menschen braucht keine Eingriffe in die Bausubstanz.
Der LVBYGL stellte drei Anliegen vor:
- Führungen in Deutscher Gebärdensprache in staatlichen Schlössern, zunächst als Testführungen mit gehörlosen Teilnehmenden, die anschließend Rückmeldung geben.
- DGS-Videos in Museen, gestaltet mit gehörlosen Menschen und Gebärdensprachdolmetscher/-innen aus Bayern, damit die Gebärden für die Besucherinnen und Besucher vertraut sind.
- Beteiligung von Anfang an: Die Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft soll bei der Planung neuer Angebote einbezogen werden.
Herr Brannekämper hat wertvolle Hinweise gegeben, wie aus der Idee ein Angebot werden kann, das gut angenommen wird. Der LVBYGL wird das Vorhaben weiterverfolgen und darüber berichten.
Wir danken Herrn Brannekämper herzlich für den offenen und konstruktiven Austausch.