
Unter dem Motto „Näher am Menschen“ fand am 23. und 24. Oktober 2026 der 93. Parteitag der CSU in der Messe München statt. Für den Landesverband Bayern der Gehörlosen e. V. (LVBYGL) waren am Freitag der 1. Vorsitzende Marcus Willam und der Politische Referent Daniel Büter dabei, mit Gebärdensprachdolmetschung.
Beim Forum Familie und im Plenum konnten wir viele Kontakte knüpfen und auf die Anliegen der Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft in Bayern aufmerksam machen.
Staatsministerin Ulrike Scharf und MdL Thomas Huber, sozialpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, haben wir persönlich ein Schreiben mit unseren zentralen Anliegen übergeben:
- Psychotherapie in Deutscher Gebärdensprache: In Bayern haben nur 2 von 6.839 Psychotherapeut/-innen mit Kassenzulassung DGS-Kenntnisse. Wir fordern Sonderbedarfszulassungen in jedem Regierungsbezirk und Krisendienste, die auch in Deutscher Gebärdensprache erreichbar sind.
- Gehörlosengeld für Bayern: Unser Vorschlag zeigt, wie das Gehörlosengeld ab dem 1. Juli 2027 finanziert werden kann.
- Aufarbeitung des Gebärdensprachverbots: Nach dem Fachgespräch im Bayerischen Landtag am 22. Oktober 2026 setzen wir uns dafür ein, dass Bayern bei der Arbeits- und Sozialministerkonferenz im Dezember gemeinsam mit Hamburg und Hessen eine Initiative für die Betroffenen unterstützt.
Thomas Huber hatte sich nach dem Fachgespräch im Namen der CSU-Landtagsfraktion für das Unrecht entschuldigt, das gehörlose Kinder durch das Gebärdensprachverbot erlitten haben. Dafür danken wir ihm von Herzen.
„Näher am Menschen“ heißt für uns: Die Anliegen von rund 10.000 gehörlosen Menschen in Bayern gehören in die Mitte der Politik. Wir bleiben dran.