Landesfrauenbeauftragte und Stellvertreterin im Landesverband gewählt

Die Frauenvertretung im Landesverband Bayern der Gehörlosen hatte am 02. April im Rotkreuzhaus "St. Josefsheim" in Plattling seine 3. Arbeitstagung der Bezirks- und Vereinsfrauenbeauftragten und deren Stellvertreterin. In diesem Rahmen wurde Wahl der Landesfrauenbeauftragten und Stellvertreterin durchgeführt.

Laut Anwesenheitsliste waren 69 Frauen anwesend. Eine erfreuliche Zahl. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch die Landesfrauenbeauftragte Carmen Geyer, wurde der Bürgermeister von Plattling, Herr Schmidt herzlich begrüßt. Ebenso Frau Elfriede Schießleder, Referentin vom Katholischen Deutschen Frauenbund und die Dolmetscherin für Gehörlose Liane Seis.
Herr Bürgermeister Schmidt sprach ein Grußwort. Er freute sich, dass viele Frauen nach Plattling gekommen waren und wünschte eine gute Tagung.
Um 11.00 Uhr begann Frau Schießleder mit ihrem Vortrag über die Entstehung des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Liane Seis dolmetschte in die Gebärdensprache.

Referentin Elfreide Schießleder und Dolmetscherin Liane Seis 
Referentin Elfreide Schießleder und Dolmetscherin Liane Seis

Frau Schießleder dankte für die Einladung, sie sei gerne gekommen, um über den katholischen Deutschen Frauenbund zu sprechen. Sie erwähnte gleich am Anfang, dass es in München einen Zweigverein für gehörlose Frauen gibt. Vorsitzende ist Frau Maria Herget. Man kann mit ihr Kontakt aufnehmen.
Den Katholischen Deutschen Frauenbund gibt es schon seit 100 Jahren. Gegründet wurde er im Jahre 1903 in Köln von den reichen und angesehenen Städterinnen gegründet. Sie halfen den armen Frauen und Mädchen mit Geld, Kleidung und Verpflegung. So nach und nach entstanden Katholische Vereine. Es konnten Frauen und Mädchen ob arm oder reich, ledig oder verheiratet, einfach oder gebildet in den Verein eintreten und Mitgliedsbeitrag zahlen.
Warum taten die Frauen und Mädchen dies: Sie waren vom Mann und der Familie abhängig, mussten viele Stunden am Tag schwer arbeiten. Bildung und Beruf war nicht erlaubt.
Der Frauenbund hatte die Aufgabe, die Frauen aufzumuntern an sich selbst zu denken und Schulung, Kurse, Vorträge zu besuchen. Sie konnten durch diese Schulungen in Berufen wie: Haushalt, Wissenschaft, sozialen Fragen über Gesundheit und Rechtspflege viel lernen. So kamen sie weiter zu Berufen wie. Lehrerinnen und Fürsorgerinnen.
Mit dem Katholischen Frauenbund kam 1918 die Demokratie nach Bayern. Das Wahlrecht für Frauen wurde durch die Gründerin des Frauenbundes in Bayern, Ellen Ammann eingeführt.
1913 wurde die Bayerische Landfrauenvereinigung des Katholischen Deutschen Frauenbundes von Gräfin Spreti aus Vilsheim bei Landshut gegründet. Sie schaffte die 1.Krankenversicherung für Frauen. In der Schlossküche gab sie Kurse für gesundes Kochen, Säuglingspflege und Gesundheit. Nach dem 2. Weltkrieg sorgte der Kath. Deutsche Frauenbund dafür, dass die katholischen Frauen nicht vergessen wurden. In jeder Diözese entstanden neue Zweigvereine.
Der Frauenbund kämpfte im Rundfunkrat, um Gleichberechtigung im Grundgesetz, für Familiengerechtigkeit, für Bildung und bessere Arbeitsbedingungen.
Damit der Frauenbund stark bleiben kann und weiterhin für die Rechte der Frauen kämpfen kann, braucht er die Gemeinschaft von 2000.000 Frauen in Bayern. Nur gemeinsam ist man stark, so bringt man die Politiker zum Nachdenken, die Frauen auch zu berücksichtigen.
Für die Zukunft hat der Frauenbund eine Vision: Um groß zu werden, braucht die Frau eine andere Frau, die größer ist als sie. D.h. Große und starke Frauen können die anderen Frauen anziehen und ihre Unterstützung erhalten, im Kampf um die Gleichberechtigung, denn es ist tatsächlich wenig von der Gleichberechtigung zu sehen, obwohl das bloße Recht da ist.
Der Katholische Deutsche Frauenbund pflegt die guten Kontakte zueinander, auch mit den Evangelischen Frauen, denn nur so kann man bessere Öffentlichkeitsarbeit machen: in der Politik, der Wirtschaft und Wissenschaft.
Zum Schluss ihres Vortrages wies Frau Schießleder auf die ausgestellten Informationen hin, die man mitnehmen kann. Nun gab es eine angeregte Diskussion durch Fragen der Teilnehmerinnen, die von Frau Schießleder geduldig beantwortet wurden. Carmen Geyer bedankte sich bei Frau Schießleder für den interessanten Vortrag.
Nach einer kurzen Pause legte Carmen Geyer den Tätigkeitsbericht der letzten vier Jahre als Landesfrauenbeauftragte ab. Sie bat Alfons Stern, 2.Bezirksvorsitzender Niederbayern und 1.Vors. des Gehörlosenvereins "Bayerwald" Deggendorf als Wahlleiter zu fungieren.
Für die wahlberechtigten Bezirksfrauenbeauftragten und Stellvertreterin, sowie nur die Vereinsfrauenbeauftragte wurden Stimmzettel verteilt. 31 Frauen waren stimmberechtigt.
Alfons Stern fragte die Teilnehmerinnen, ob sie Fragen haben zum Tätigkeitsbericht. Da keine Fragen kamen, bat Stern um die Entlastung der Landesfrauenbeauftragten. Alle stimmten dafür. Niemand war dagegen. Somit wurde die Landesfrauenbeauftragte Carmen Geyer entlastet.
Nach dem Mittagessen ging es weiter mit der Tagung. Wahlleiter Alfons Stern bat um Vorschläge zur Landesfrauenbeauftragten. Die vorgeschlagenen Kandidatinnen verzichteten,
Carmen Geyer war bereit und wurde gewählt. Auf Vorschlägen waren zwei Kandidatinnen bereit. Sigrid Gast vom BV Oberbayern wurde mit mehr Stimmen zur Stellvertreterin gewählt.

Die Bezirksfrauenbeauftragten und Stellvertreterin.Vorne dritte von links: Landesfrauenbeauftragte Carmen Geyer; zweite von links Stellvertreterin Sigrid Gast   
Die Bezirksfrauenbeauftragten und Stellvertreterin.Vorne dritte von links: Landesfrauenbeauftragte Carmen Geyer; zweite von links Stellvertreterin Sigrid Gast

Somit hat der Landesverband Bayern der Gehörlosen für die weiteren vier Jahre eine Landesfrauenbeauftragte und Stellvertreterin.
Nach der Kaffeepause gab es noch einige Informationen:
-Einladung zum Frauenpolitischen Seminar des Landesverbandes im Kloster Banz vom 09. -11. September 2005. Wer Interesse hat, soll sich melden.
-Gebärdensprachdozentinnen gesucht - Das Gehörlosen Institut Bayern sucht gehörlose und schwerhörige Leute, die bereit sind, an der VHS den Hörenden die Gebärdensprache beizubringen, um später Gebärdensprachdolmetscher zu gewinnen. Die Gebärdensprachdozenten müssen beim GIB eine Ausbildung machen. Nähere Informationen stehen auf dem Infoblatt. Wer Interesse hat, soll sich bei Margit Hillenmeyer melden.

Die Teilnehmerinnen  der Arbeitstagung 2005 in Plattling.  
Die Teilnehmerinnen der Arbeitstagung 2005 in Plattling.

Um 16.30 Uhr konnte Carmen Geyer die Arbeitstagung schließen. Sie dankte noch mal für das Kommen und wünschte allen eine gute Heimfahrt.

Bericht von Sigrid Gast

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